Ich will fair sein: Die Artikel der letzten Wochen von Mark Pitzke und Gregor Peter Schmitz waren ebenso voreingenommen, unrecherchiert und niederträchtig, vielleicht hier und da etwas weniger plump. Dass es nun wieder Alexander Schwabe trifft, liegt einfach am berühmten Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt.
Danke, Herr Schwabe, für diesen Beitrag! Und danke, Spiegel Online, dass Ihr so viel Wert auf Recherche legt und es für ausreichend erachtet, wenn einer Eurer (freien?) Mitarbeiter einfach bei CNN abschreibt. Meinetwegen soll er. Es dann aber noch deutlich schlechter zu tun, mit mehr Vermutungen und Behauptungen, weniger Klarstellung und Gegenrede – das grenzt an das Verfahren eines Schmierenblattes übelster Sorte.
Was SPON offenbar schon längst geworden ist.
Ihren Hang, profane Dinge religiös aufzuladen, hat Sarah Palin mehrfach bewiesen. Den Bau einer 30 Milliarden Dollar teuren Gaspipeline in Alaska nennt sie “Gottes Wille”, den Krieg der USA im Irak eine “von Gott gegebene Aufgabe”.
Hier ist der Film dazu. Eine Rede vor der ehemaligen (!) Gemeinde, familiär, auf Video aufgenommen. Man kann das mit “Gottes Wille” so interpretieren, man muss es aber nicht. Man kann es den nicht zusammenhängenden Sätzen zuschreiben. Oder man kann einfach anerkennen, dass das Leben eines Christen nun einmal damit zu tun hat, dass man an einen “Willen” Gottes glaubt. Und dass dieser sich entsprechend in vielen Dingen manifestiert. Oder vielleicht auch, dass Ms. Palin in der Sprache der Gemeinde zu den Leuten spricht, um mit ihnen zu kommunizieren. Das kann man alles tun. Herr Schwabe entscheidet sich dafür, es stehen zu lassen.
…auf Sexualkunde in Schulen will die Gouverneurin von Alaska und Kandidatin für die US-Vizepräsidentschaft am liebsten ganz verzichten.
Nein, dass will sie nicht. Sie ist lediglich der Meinung (analog z.B. dem Grundverständnis der Bundesrepublik Deutschland), dass der Ort, an dem Aufklärung stattfindet, die Familie sein sollte, und nicht die Schule. Und dass, wenn denn Aufklärungsunterricht stattfindet, nicht lediglich viel Spaß gewünscht und Kondome verteilt werden, sondern auf die Möglichkeit der sexuellen Zurückhaltung verwiesen wird. Klar, so was kennt man in Deutschland nicht mehr. Vielleicht mal die Frage stellen, ob das nun unbedingt besser ist.
Nun kommt ans Licht, woher ihre Fixierung auf Gott und Religion rührt: Für mehr als zwei Jahrzehnte war Palin praktizierende Pfingstlerin. Bis 2002 gehörte sie in der 10.000-Einwohner-Stadt Wasilla zu einer Pentekoste-Gemeinde namens “Versammlung bei Gott”, seither besucht sie die nichtkonfessionelle “Bibel-Kirche”.
“Nun kommt ans Licht” bedeutet investigativer Journalismus, Verschweigen, Lügen, Aufklären, Skandal. Also so ungefähr das Gegenteil der journalistischen Abschreib-Leistung von Herrn Schwabe. Und auch das Gegenteil von so ziemlich allen Behauptungen, die SpOn bisher über Sarah Palin geäußert hat. Nichts ist verschwiegen worden, nichts musste aufgeklärt werden, das Wahlkampf-Team von McCain hat regelmäßig und wahrheitsgemäß berichtet. Nur mal so nebenbei.
Die Pfingstbewegung (…) legt besonderen Wert auf die “Ausgießung des Heiligen Geistes”. Kommt dieser über die Gläubigen, verleiht er ihnen besondere, im Neuen Testament beschriebene “Charismen” wie die Zungenrede, die Gabe der Prophetie oder der Heilung. Auch die Mitglieder der “Versammlung bei Gott” glauben an Wunderheilungen und leben in einer Endzeiterwartung. Sie stellen sich vor, ein gewaltiger Umbruch läute das Ende der Zeit und die Wiederkunft Christi ein.
Wieder abgeschrieben. Diesmal – natürlich – von Wikipedia. (Ein bisschen weiter oben kann man übrigens lernen, dass 15 Prozent der Brasilianer Pfingstler sind. Für die von Herrn Schwabe beschriehene Untergrundsekte ganz schön viel.)
Wie auch immer: Wenn mich meine theologischen Grund- und Laienkenntnisse nicht ganz täuschen, stellt die “Endzeiterwartung” ganz grundsätzlich eine der Säulen des Christentums dar. Wenn Christus nämlich wiederkehrt. Und das Jüngste Gericht stattfindet. Aber weil sich das so schön gruselig anhört, kann man das ja noch mal beschreiben. Ähnlich ist das mit dem Heiligen Geist – denn der wird ja durchaus auch von der lutherischen Kirche an der Ecke anerkannt. Schauen Sie mal rein, Herr Schwabe!
Aber es ist ja eigentlich auch völlig gleich. Ms. Palin hat die Pfingstler verlassen, als sie erwachsen wurde, weil sie ihr zu extrem waren. Und ist nun in einer konfessionslosen Kirche eingebunden. (Was das nun wohl wieder für Ekelkram ist?)
Bei den Republikanern, für die John McCain und Sarah Palin den Wahlsieg holen sollen, wird dieser Glaubenshintergrund der 44-jährigen fünffachen Mutter heruntergespielt. In Person von Sprecherin Meghan Stapelton räumt McCains Lager zwar freimütig ein, Palin sei tiefreligiös – was bei den meisten konservativen Wählern insbesondere im sogenannten Bible Belt gut ankommt. Doch gleichzeitig versuchen die Wahlstrategen, den religiösen Enthusiasmus der Spitzenkandidatin nicht allzu groß erscheinen zu lassen. Die Gouverneurin betrachte sich selbst nicht als Pfingstlerin, heißt es lapidar.
Man mag mich einer gewissen Überempfindlichkeit verdächtigen, wenn ich darauf eingehe. Aber es ist nun einmal exakt das, was die Schreibe von Spiegel Online und Herrn Schwabe ausmacht: “Meghan Stapleton räumt ein” stellt nämlich wieder eine Wertung dar. Implizit. Und dass dann demgegenüber die Aussage gestellt wird, Palin sei keine Pfingstlerin mehr, ist grotesk. Letzteres ist schlicht ein Fakt!
Selbst wenn Palin noch Pfingstlerin wäre und, wie Schwabe an anderer Stelle erwähnt, “als Amtsinhaberin” die Kirche besucht – so wäre/ist daran überhaupt nichts auszusetzen. Es sei denn, natürlich, Christen hätten in staatlichen Ämtern nichts zu suchen. Bigotterie? Look at yourself.
Unverblümt tut Palin so, als ob politische Entscheidungen direkt göttlichem Ratschluss entstammten – und als ob die republikanische Lesart dieses Ratschlusses die allein richtige sei.
Danke fürs Outing, Schwabe. Vielleicht mag er noch erwähnen, wo denn genau von dieser “republikanischen Lesart” bisher die Rede war.
Einer der Prediger auf der Versammlung war David Brickner, Gründer der Bewegung “Juden für Jesus”. Er versuchte den Brüdern und Schwestern klarzumachen, dass man in den Terroranschlägen in Israel Gottes Gericht über die Juden zu sehen habe, die sich noch nicht zum Christentum bekehrt haben. “Wenn ein Palästinenser aus Ostjerusalem mit einem Bulldozer eine Reihe Autos plattmacht und etliche Menschen tötet”, dann sei er untrüglich Instrument des göttlichen Gerichts, sagte Brickner.
Klar, irgendwo muss der Hase natürlich im Pfeffer liegen. Über diese Sache bin ich auch gestolpert (übrigens vor etwa fünf Tagen, liebes Spiegel Online, als in den USA zum ersten Mal davon berichtet wurde!) – und wer für Israel und gegen Antisemitismus steht, den muss das stören. Um so erbaulicher, dass es Palin offenbar auch gestört hat und sie tatsächlich Israel-Freundin ist. Mit Davidstern-Flagge im Büro.
Ach ja, und schön wäre es, wenn SPON bei einer der nächsten Berichte, z.B. von Spiegel-Redakteurin Ulrike Putz, auch mal etwas aufmerksamer auf die Antizionismus-Vorwürfe hören würde.
Das war’s. Der Rest erklärt sich selbst und nach dem Lesen des CNN-Originals. Getoppt wird der Spiegel-Artikel nur noch vom zugeschalteten Video. Ein Erlebnis von ausgewogener Berichterstattung und strikter Trennung von Redaktion und Kommentar.
Nun die Frage: Was soll das ganze eigentlich? McCain liegt heute durchschnittlich 2,3 Prozent vor Obama, USA-weit. Sollen die Amis als eine Herde Christo-Fundis verkauft werden, die sich obskuren Sekten anschließen? Sollen sie alle weiße Nazis sein, die sich am Ende doch wieder gegen den Schwarzen und für Evangelikale entscheiden? Ist das nun immer noch kein Anti-Amerikanismus?
Kann irgendjemand auch einmal darauf hinweisen, dass anderswo auf Erden (also außerhalb Europas) Werte wie (Religions-)freiheit, Eigenverantwortung, Individualismus, Persönliche Integrität, kritische Auseinandersetzung tatsächlich noch Bedeutung haben?
Ich gebe es nämlich bald auf.







[...] als die Bild Wullenwever prügelt auf SpOn ein, dass eine Freude ist: Plumpheit, dein Name ist Spiegel Online « Letter of Intent. Dieser Eintrag wurde von Daniel Fallenstein am Di, 9. Sep 2008 um 18:45 geschrieben, abgelegt [...]
[...] bedrohten Tierarten zu setzen. Hier noch ein passender Kommentar zu dem verlinkten SPON-Artikel. Plumpheit, dein Name ist Spiegel Online Letter of Intent __________________ Praise the Lord and pass the ammunition. Gendert von Mark Mallokent [...]
Die Pfingstlerbewegung hat sektenartige Züge. Das sollte man nicht beschönigen.
Auch die restlichen “Fehler” von SPON sind doch ein Witz. Sarah Palin ist erzkonservativ, warum um den heißen Brei herumreden? Das ist genau der Grund, warum sie von McCain mit ins Boot geholt wurde.
Die Frage ist nicht, ob Palin erzkonservativ ist (das ist sie), sondern ob es in den Swing States mehr Konservative als Liberale gibt und ob diese Konservativen zur Wahl gehen.
Was bedeutet eigentlich “erzkonservativ”?
Zitat Wikipedia:
“Christian conservatism — Conservative Christians are primarily interested in what they describe as family values. They believe that the United States was founded as a Christian nation, believe that abortion is wrong, favor teacher-led Christian prayer in state schools, define marriage as between one man and one woman (rejecting same-sex marriage), and desire regulation of the public media to reduce profanity and sexual references. They strongly oppose the normalization of homosexuality.”
http://en.wikipedia.org/wiki/Conservatism_in_the_United_States
Tja. Siehst Du: Damit machst Du es Dir aber nämlich zu einfach. Zunächst mal gibt es ja schon einen Haufen Unterschiede unter den Konservativen. Neokonservative, aber auch Libertarians (die sich recht häufig bei den Republikanern wiederfinden) können mit dem Einsatz um gesellschaftliche Werte herzlich wenig anfangen. Deshalb kommt es mitnichten nur darauf an, ob in den Swing States mehr Konservative wählen.
Dazu kommt: So zersplittert die USA jetzt, zu Wahlkampfzeiten, und insbesondere im Internet, auch erscheinen mögen: Diese ganz einfache Trennung zwischen “konservativ” und “links” (nicht “liberal”, das ist nun wirklich nicht die Übersetzung des amerikanischen “liberal” und wird auch bei Spon (bewusst?) immer falsch gemacht!) gibt es eben nicht.
So ist eine überwiegende Mehrheit der Amerikaner nun einmal gegen Abtreibung: http://www.lifenews.com/nat4021.html
Eine Mehrheit sieht die USA auch als “Christian Nation”: http://atheism.about.com/b/2007/09/14/majority-of-americans-believe-founders-intended-america-to-be-a-christian-nation.htm
Nichtsdestotrotz werden diese nicht alle das McCain/Palin-Ticket wählen. Da kommen dann nämlich noch ein paar andere Fragen dazu, die im Wahlkampf in den USA tatsächlich Beachtung finden: Steuern, Terrorismus, Benzinpreise, Energieunabhängigkeit etc.
DAS ist es ja gerade, was mich so ärgert: Dass in Deutschland gerade jetzt ein schlichtes Schwarz-Weiß-Bild von Amerika gezeichnet und davon ausgegangen wird, dass Demokratie dort ebenso peinlich abläuft wie bei uns.
Tut sie aber nicht.
Da kommen dann nämlich noch ein paar andere Fragen dazu, die im Wahlkampf in den USA tatsächlich Beachtung finden: Steuern, Terrorismus, Benzinpreise, Energieunabhängigkeit etc.
Richtig. Ginge es nach rein wirtschaftlichen Aspekten, hätte McCain nicht die geringste Chance. Obamas Politik käme der Unter- und Mittelschicht zugute. Genau wie Bush ist McCains Politik gut für die Oberschicht, that’s all.
War schon bei der Wahl 2000 und bei der Wahl 2004 so: gewählt wurde Bush, weil er ein netter Kerl ist, mit dem man auch mal ein Bier trinken geht. Al Gore und Kerry sind halt besserwisserische Langweiler. Nicht so gut in einem System, in dem Personen und nicht Parteien gewählt werden.
Diese ganz einfache Trennung zwischen “konservativ” und “links” (nicht “liberal”, das ist nun wirklich nicht die Übersetzung des amerikanischen “liberal” und wird auch bei Spon (bewusst?) immer falsch gemacht!) gibt es eben nicht.
Das sagt Obama auch: es gibt keine “red states” und keine “blue states”. Aber wir alle wissen, dass das Unsinn ist. Die USA sind ein gespaltenes Land, das wird alle vier Jahre, wenn der Präsident gewählt wird, deutlich. Vgl. http://www.uswahl2008.de/index.php?/archives/1746-Warum-Sarah-Palin-mehr-als-eine-Skandalnudel-ist.html
Damit machst Du es Dir aber nämlich zu einfach. Zunächst mal gibt es ja schon einen Haufen Unterschiede unter den Konservativen.
Die völlig bedeutungslos werden in einem de facto 2-Parteien-System. Libertäre sehen nur den wirtschaftlichen Aspekt und wählen Republikaner, was grober Unsinn ist: selbst ein Libertärer sollte sehen, dass ein wenig Umverteilung nach demokratischer Art sinnvoller ist als antifreiheitliche Bestrebungen der Republikaner.
Es kommt quasi nur auf die Konservativen an: Sind es genug und gehen sie zur Wahl? Vgl. Die Republikaner riskieren alles im Handelsblatt.
In einem Zwei-Parteien-System, wo es nur auf die Mobilisierung der eigenen Anhänger ankommt, würde ich in Wahlspots nicht auf meinen regelmäßigen Kampf gegen die eigene Partei hinweisen: http://www.youtube.com/watch?v=bVIaqCjvLpU
Da liegt also auch das Handelsblatt falsch. Natürlich gibt es zwei Parteien, aber doch um Himmels Willen nicht so wie bei uns. Nimm mal die deutsche Brille ab.
[...] 1. “Plumpheit, dein Name ist Spiegel Online” (letterofintent.wordpress.com, Wullenwever) “Danke, Herr Schwabe, für diesen Beitrag! Und danke, Spiegel Online, dass Ihr so viel Wert auf Recherche legt und es für ausreichend erachtet, wenn einer Eurer (freien?) Mitarbeiter einfach bei CNN abschreibt. Meinetwegen soll er. Es dann aber noch deutlich schlechter zu tun, mit mehr Vermutungen und Behauptungen, weniger Klarstellung und Gegenrede – das grenzt an das Verfahren eines Schmierenblattes übelster Sorte. Was SPON offenbar schon längst geworden ist.” [...]
[...] über die “Verfahren eines Schmierenblattes übelster Sorte”: Spiegel Online; http://is.gd/2qOh [...]
Nein, ich bin kein Fan von Spiegel Online. Deren Beitrag aber heranzuziehen, um das Offensichtliche zu wiederlegen, lässt mich schmunzeln. Das ist hilflos.
Palin ist eine religiöse Frau, die ich als fanatisch bezeichne. Sie ist Teil einer in den USA häufig zu findenden Verwicklung von Politik und Religion, die mir Angst macht.
Man muss für diese Einsicht nicht die Aussagen eines Spon-Artikels ellenlang sezieren. Frau Palin ein paar Minuten zuzuhören, reicht aus.
Immerhin: Gegen Palin wirkt McCain wie der nette Onkel von nebenan.
-Frank
Ach, lieber Frank: Was macht Angst, und warum? Was ist fanatisch? Wo ist der Fanatismus? Was ist “das Offensichtliche”? Was waren die ausreichenden Minuten?
Ich verstehe das alles nicht… Bitte hier nicht so diskutieren wie zu Hause mit den Freunden…
Mit Freunden lasse ich mich gerne auf solche Fragespielchen ein. Hier bestimmt nicht, denn die Situation ist zu offensichtlich.
-Frank
Das ist das Problem, warum die Bloggerszene niemals aus der “Schmuddelecke” hinauskommen wird: die meisten Artikel sinnd völlig unseriös, viiiiiiel zu lang und schlecht bis gar nicht recherchiert. Das Ergebnis sind dann “Endlos-Threads” wie dieser hier, die im Grunde nichts mehr bewirken und vor allem nicht gelesen werden – hoffentlich…
Dieses elitäre Gebashe von SpOn ist ist allerdings auch nicht viel besser. Darüber, dass besonders die Online-Ausgabe qualitativ etwas seichter daherkommt, müssen wir uns nicht unterhalten.
Das hier nimmt nun Züge an, wie man sie ansonsten nur vom BILDBlog kennt – das Herumgemal am großen, letzlich doch geliebten Vorbild?
Nun über SpOn lässt sich immer gerne diskutieren und streiten. Spiegel Online hat in den letzten Monaten ordentlich Federn gelassen. Die Qualität, da stimm ich dir voll zu, ist teilweise erbärmlich geworden. Dennoch zählt es unter den Webportalen als Führend.
Aber vielmehr fällt mir auf, dass Sarah Palin dich besser in ihr Wahlkampfteam aufnehmen sollte, denn du würdest jede kritische Bemerkung gegenüber ihrer Person wegbügeln.
Ich finde diese Frau hat einige “Leichen” im Keller und sei es wirklich nur die Aktion bzgl. des Amtsmissbrauches.
Trösten kann, dass SPON die amerikanischen Präsidenten nicht macht. Überhaupt ist das, was deutsche Zeitungen schreiben, für den Ausgang der Wahl irrelevant. Amerikaner wissen am Besten, wen sie wählen, da brauchen die keine deutschen Zeitungsschmieranten dazu. Und auch falls, die dunkle Lichtgestalt Obama im Kampf gegen den Nachfolger Saurons unterliegt, Mittelerde wird davon ganz gewiss nicht untergehen.
@Volker – nein, das ist keine Wahlaktivität, es ist lediglich eine Richtigstellung. Auch die “Aktion bzgl. des Amtsmissbrauchs” ist in meinen Augen keine solche. Und noch nicht mal nur in meinen, sondern auch in denen vom ehemaligen demokratischen Senator und Präsidentschaftskandidaten Mike Gravel: http://www.youtube.com/watch?v=rgbSOvRNKrA — Nur eben, wie gesagt: Es wird in den deutschen Medien nun einmal weiterhin mit Halbsätzen über diese “Affären” berichtet werden. Das trägt nicht zu einem objektiven Bild bei.
@olaf61 – Richtig, die deutschen Magazine haben keinen Einfluss auf die Präsidentenwahl. Und auch die Deutschen nicht. Bis auf, natürlich, ihr ekstatisches Jubeln an der Siegessäule. Lustig, dass ausgerechnet das den Abstieg von Obama eingeläutet hat…
Aber: die deutschen Medien haben einen erheblichen Einfluss auf das Bild der Deutschen von/auf Amerika. Und eben hier versucht kein Medium, einmal über die tatsächlichen Motive und kulturellen Eigenheiten der Amerikaner zu berichten. Es geht ihnen lediglich um Stereotype, vielleicht weil sie sich besser verkaufen? Das ist ein Spiel mit dem Feuer. Die Umfragen über das deutsche USA-Bild sprechen Bände.
Ach ja, Journalismus kann man übrigens auch richtig machen, nämlich mit kritischer, distanzierter und erzählerisch motivierter Objektivität. Und dass ich das mal über den STERN sagen würde, stimmt mich dann doch ein wenig nachdenklich. Sei’s drum: http://www.stern.de/politik/ausland/:Washington-Memo-Der-Sarah-Faktor/638760.html
Ah ja: Der Stern hält das journalistische Qualitätsfähnlein hoch, weil er beschreibt, wie das amerikanische Wahlvolk Palins ahnungsloser Hemdsärmeligkeit auf den Leim geht?
Nun, wundern würde mich es nicht, wenn die US-Amerikaner das Grauen weitere vier Jahre ins Weisse Haus wählen. Aber, bester Wullenwever, ich vermute, die Zeichen stehen diesmal schlecht für die rechte Bagage, die Gottes Willen umsetzt. Frau Palin wird sich genauso abnutzen, wie jedes neue Gesicht.
Und dann bleibt nicht viel übrig.
-Frank
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Beim Lesen von SpOn bekommt man unweigerlich das Gefühlt, dass sich SpOn gegen die Republikaner im Allgemeinen und Palin im Besonderen verschworen hat. Heute gibts schon wieder einen Artikel über Palin (und deren “reaktionäre” Ansichten zum Klimawandel).
Man sollte dieses Geschreibsel nicht so leicht abtun. SpOn wird viel gelesen und es beeinflusst unsere die Sichtweise auf Amerika, wenn z.B. implizit behauptet wird, dass Republikaner Rassisten sind (Artikel von Gerhard Spörl am 26.8.).
Wenn die Republikaner die Präsidentenwahl gewinnen und man sich nur in SpOn informiert hat, muss man unweigerlich zum Schluss kommen, dass die USA mehrheitlich aus Rassisten und/oder religiösen Eiferern besteht.
Ich habe auch auf meinem Blog versucht gegen einige der größten Unwahrheiten anzuschreiben. Wie z.B. das mit dem Gott-Gewollten Irak Krieg. Jeder der sich die Mühe macht, das Video selber anzusehen und etwas Englisch kann, wird verstehen, dass sie das nicht gesagt hat.