Dass ich die Ypsilanti nicht wählen würde, habe ich dargestellt. Ganz abgesehen davon, dass ich bisher zu keinem Zeitpunkt die innere Motivation gespürt habe, einem/r Sozialdemokraten/in meine Stimme zu geben, steht Ypsilanti im politischen Spektrum der SPD so weit links, dass man öffentlich sogar den Aussagen eines Wolfgang Clement zustimmen muss, und das geht eindeutig zu weit.
Nun ist zu der Frage, zu welcher Schule Ypsilantis Sohn (12) geht, bereits viel geschrieben worden, aktuell nun gerade noch mal hier, um ein gutes, faires Beispiel zu nennen; es gibt andere. Ich habe nichts dagegen, dass Ypsilanti auf ihre Positionen geprüft wird. Und wenn sie sich einerseits für die Einheitsschule einsetzt und andererseits den Eindruck hinterlässt, dass sie dieser Politik selbst nicht traut, dann ist das natürlich Thema.
Aber: Der Sohn kann doch nichts dafür. Was ist denn zum Beispiel, wenn der Sohn partout auf dieses Gymnasium wollte, sei es, weil seine Freundin da hingeht, oder weil er selbst auch gar nichts von Gesamtschulen hält, egal, wie die Meinung der Mutter ist? Und dann hat er sich durchgesetzt. Und jetzt sieht ihn seine Mutter am Frühstückstisch immer so schief an, weil sie seinetwegen so große Schwierigkeiten hat, denkt er. Und andererseits möchte Mutter Ypsilanti nicht über die wahren Gründe mit der Presse reden, weil das familieninterne Sachen sind und es niemanden etwas angeht. Und weil man die Freundin da schon gar nicht mit reinziehen muss. Alles das sind gute Gründe.
Politiker sind Menschen mit Privatleben. Und diese öffentliche Berichterstattung kann äußerst belastend für einen Menschen sein. Da kann man auch noch so viel “Schmerzensgeld” verdienen, spätestens die Familie hat ausreichend Nachteile von dem Job. Und wenn dann auf einmal so Familienthemen in der Zeitung stehen, mit großen Buchstaben, und dann auch noch von diesen oft sprachlich so bösartigen Bloggern begleitet werden (was der Sohn sicher auch mal mitkriegt und sich verantwortlich fühlt), das ist nicht schön.
Also: Immer ein bisschen Zurückhaltung, wenn private Themen politisch werden. Das gehört sich einfach so. Und noch mal: Das hier verlinkte Beispiel war gerade nicht gemeint. Und die anderen möchte ich nicht verlinken.





