Auch bei den meisten Berichten über eine Klarstellung der Aggressor-Verteidiger-Situation in Israel/Gaza gibt es regelmäßig so beschwichtigende Einleitungen wie “Ja, Israel macht ja vieles falsch, aber…” und “Eine Kritik an Israel ist notwendig und richtig, aber…”. So auch beim Artikel von Tobias Kaufmann im Kölner Stadtanzeiger (via):
Es gibt viel zu verurteilen an Israels Politik gegenüber den Palästinensern. Aber in Sachen Gaza ist Israel nicht der Aggressor.
Völlige Zustimmung zu dem zweiten Satz (und auch zum Rest des sehr guten, lesenswerten Artikels), aber was soll der erste? Nun weiß ich nicht, ob der CvD das da noch reingesetzt hat, um die Leser des Kölner Stadtanzeigers “mitzunehmen” und “nicht gleich zu verprellen, Tobias, wir müssen da diplomatisch vorgehen.”, aber Kaufmann unterschreibt es ja nun mal.
Und übrigens: Wenn es Kritik an Israel im Umgang mit den Palästinensern geben sollte, so muss sie artikuliert werden, völlig klar. Aber wo handelt Israel denn falsch? Wo ist nicht die ursprüngliche Verantwortung für alles Handeln bei den Terrorakten der Hamas und den bestehenden Bedrohungen durch die Nachbarn zu suchen? Wenn man mal die auch israelintern umstrittene Frage der aktuellen Siedlungspolitik außer acht lässt (gute Argumente auf beiden Seiten), dann ist doch eine derartige Einschränkung nur dann zu verstehen, wenn Israel tatsächlich Alternativen in seinem Handeln hat. Und wo, von der Weltgemeinschaft permanent verschrien und vor den Kopf gestoßen, sind die denn?
Um zum oben zitierten Satz zurückzukommen; Ich hätte es auch auf der Achse direkt gefragt, wenn eine Kommentarfunktion dort gegeben wäre, aber so nun hier: Wo denn?






