August 2007, eine Brücke stürzt ein. In Minneapolis, im Berufsverkehr. Ursache? Unklar. Die deutsche Medienöffentlichkeit indes ist sich einig: Die degenerierten USA waren mal wieder zu schlampig, nicht teutonisch perfekt wie wir, die einen ordentlichen TÜV und Verfahren für so etwas haben. Stattdessen sind die Amerikaner nur zum Kriegführen und Burgerfressen zu gebrauchen. Oder war das nur mein Eindruck? Nach ein bisschen googeln, offenbar nicht:
Wie wichtig eine zuverlässige und sichere Infrastruktur für die Lebensqualität und für die Standortattraktivität ist, macht ein Blick in die USA deutlich. Unglücke wie in New York, dort explodierte eine unterirdische Dampfleitung, oder der Einsturz einer Brücke in Minneapolis, der Stromausfall im nahezu ganzen Nordosten und die völlig maroden U-Bahn- und Bahnnetze zeigen das Dilemma. Menschen müssen ihr Leben lassen, andere werden verletzt, weil Warnungen vor baulichen Mängeln vermutlich auf die zu leichte Schulter genommen werden. Hinzu kommt allerdings ein strukturelles Problem. Niedrige Steuersätze machen es dem US-Staat und den Kommunen weitgehend unmöglich, mehr in die Infrastruktur zu investieren. Der Begriff Daseinsvorsorge ist unbekannt.
Und selbst wenn mal irgendwo jemand erklärt hat, dass auch heimische Brücken Mängel leiden, so wurde dennoch am Ende immer folgendes erleichtert festgestellt:
Allerdings sei nach seiner Einschätzung der Zustand der Brücken in Deutschland noch immer besser als der in den USA.
Nun, falsch, meine lieben vorurteilsbehafteten Mitbürger! Es ist jetzt heraus, was das Problem mit der Brücke war: Kein Wartungsfehler, keine erkennbaren Mängel; ein Planungsfehler war es, aus den 60ern, vom Architekten:
Initial findings by the National Transportation Safety Board said metal plates used in construction were not thick enough to bear eventual loads. It blamed the original 1964 design and not sloppy workmanship. (…) There was no indication of corrosion, other wear or material flaws, the report said.
Aber als ob das jetzt noch jemand mitkriegen würde…





