Alles vergessen? Gazprom, Putin-Kuscheln, Elefantenrunde-Ausraster und peinliches Einstehen der 2005-Niederlage nach Wochen? Die SPD jubelt wieder dem Schröder zu. Das ist erstens das Akzeptieren der Tatsache, dass die Nach-Schröder-Ära in der SPD von äußerst schwachem Personal geprägt ist. Und es ist zweitens die Bestätigung, dass Schröder sich auch als Altkanzler ähnlich stillos verhalten wird wie als Bundeskanzler. Jetzt wird deutlich, dass Schröder trotz der späten Agenda-Politik doch noch als schlechtester Kanzler in die deutsche Geschichte eingehen wird. Denn jetzt wäre die Zeit für den Nachruf gewesen.
Seine Partei ist hin- und hergerissen zwischen Bedauern und Erleichterung, dass ihr großer Basta-Mann weg ist. Aber Gerhard Schröder ist ja nicht weg. „Deine Stimme wird in der deutschen Politik auch in Zukunft von großem Gewicht sein, denn eigentlich bist du aus der Bundespolitik gar nicht wegzudenken“, hat Schröder zum Abschied von Franz Müntefering im „Vorwärts“ geschrieben. Auch da hat er wieder mal sich selbst gemeint.






