Ich habe mich immer gefragt, ob nur solche Menschen Akteure beim politischen Kabarett werden, die keinen Widerspruch ertragen können. Es ist diese Selbstherrlichkeit, von oben, von der Bühne herab die Welt aufklären zu wollen über die ganze Wahrheit, die mich am Kabarett stört. An einer politischen Meinung ist nichts auszusetzen, auch wenn sie nicht der meinen entspricht. Aber man hat sich gefälligst Widerspruch und Diskussion auszusetzen. Und wie kann das schon stattfinden bei dem willfährigen Publikum aus Soziologen und Lehrern?
Ein Kabarettist ist dabei der Gipfel der Arroganz: Hagen Rether. Das sehen zumindest sehr viele so. Lizas Welt hat einen hervorragenden Artikel zu ihm erstellt, dagegen ist Clemens Heni im WadiBlog fast ein bisschen bösartig, hat aber durchgehend recht. Auf seinen Antisemitismus gehen der Fuchsbau und Die Jüdische ein.
Der Kerl polarisiert so wahnsinnig, dass - wie sollte es anders sein - auf der anderen (zumindest quantitativ stärkeren) Seite wahre Jubelgesänge auf ihn anklingen. Begonnen hat damit der Spreeblick schon vor längerer Zeit, andere Blogs sind auch aktuell dabei, und sogar die FAZ, die teure FAZ, oder die Süddeutsche, finden den gut.
Nun ist der Herr am 26.01. in Lübeck, meiner Heimat. Zu meiner freiheitlichen Einstellung gehört auch, dass ich ihm seine Meinung lasse und seinem zu erwartenden Publikum einen schönen Abend bei den ganzen Hetzen gegen Menschen (!) wie Bush, Broder, Giordano und Co. wünsche.
Aber Widerspruch muss sein, und dann wenigstens hier.





